Was war und ist, kommt und bleibt. . .

Wenn man Leuten in und durch schwere Zeiten hilft, dann ist es oft so, dass sie danach keine Lust mehr auf einen haben, weil man selbst zu dem geworden ist, was sie am meisten an diese Zeit erinnert. Ich bin ihr Symbol für schlechte Zeiten geworden...

Schreibt Magelan und hat mich damit sehr nachdenklich gemacht.


Vielleicht trifft das auch ein bisschen auf ihn zu. Vielleicht ist das ein Teil der Wahrheit. Natürlich kann ich nur spekulieren, wie bei so vielen Dingen, aber mehr bleibt mir nicht, wenn ich versuche, Erklärungen zu finden. Ich muss mir mein Puzzle selbst zusammenbauen, denn Antworten von ihm werde ich nicht bekommen.


Nicht, dass es eine aussergewöhnlich schwere Zeit für ihn war, das nicht unbedingt. Aber ich kann mir vorstellen, dass er damals über mehr reden musste als heute. Dass er sich so, wie er heute ist, besser gefällt. Das mit Sicherheit. Dass er nicht tauschen möchte, weil das, was er jetzt hat, möglicherweise mehr mit dem übereinstimmt, was er möchte, wie er sein will. Es geht ihm gut, vielleicht besser als damals. Und ich bin ein Mensch von damals, ich erinnere ihn daran. Habe die Veränderung nicht mitvollzogen (obwohl ich irgendwo fest davon überzeugt bin, dass er im Grunde noch immer derselbe ist wie früher). Womöglich bin ich auch gerade jemand, der es erschwert hat & dessen Abwesenheit es heute leichter macht. Etwas, von dem er sich lösen wollte, um dorthin zu gelangen, wo er jetzt steht. Ich kann nur ahnen, dass er glücklich ist & genau das wünsche ich mir ja auch für ihn.

Aber das bedeutet nicht, dass ich mein tägliches Sterben, geboren aus seinem Verlust, besser ertragen könnte.

17.4.09 22:30


Werbung


Endlich wieder Internet, vor ein paar Tagen versagte es einfach den Dienst und wir wussten nicht, woran es lag. Ich dachte, wahrscheinlich ist das ca. 24 Stunden so, dann wird es wieder gehen, aber dem war nicht so. Jetzt aber zum Glück wieder.
Apropos, liebe chinchilla & liebe erinnermichlieberan. Ihr habt ein neues Passwort? Ich weiß nicht, ob ihr es mir per Mail geschickt habt, jedenfalls habe ich Probleme damit und es wäre toll, wenn ihr es mir anderweitig zukommen lassen könntet...ich werde versuchen, eine Mail über Myblog zu schreiben, weiß allerdings nicht, ob es funktioniert. Dir, erinnermichlieberan, habe ich bereits vor einigen Tagen versucht, eine zu senden, aber auch hier: vielleicht hast du sie gar nicht erhalten...

Dienstag war ein wunderbarer Tag. Ich habe mit meiner Familie eine Radtour gemacht, zum minigolfen & Pfannkuchenhaus. Morgens war es noch bewölkt gewesen, aber mittags wurde es richtig schön & warm, die besten Voraussetzungen. Minigolf spiele ich ja ohnehin gern & der anschliessende Pfannkuchen danach (eine Hälfte mit Wildragout, Pfirsich & Salat, die andere Hälfte mit Vanilleeis, Sahne, Schokosoße & heißen Kirschen - ich habe mit meiner Schwester geteilt) war natürlich das Highlight. Nach so viel Verzicht in den letzten Wochen durfte das auch wirklich mal sein, zumal die Woche in Österreich ja ausgefallen ist & wir da im Grunde noch viel mehr gegessen hätten. Zum Abschluss gab es dann zuhause in der Eisdiele ein Spaghettieis & wir liessen den Abend auf dem Marktplatz ausklingen. Das alles hat mir wirklich gefallen.
Gestern musste dann, ebenfalls wegen essen, Grey's Anatomy auf gestern Mittag verschoben werden (ich liebe es <3), denn mein Vater, der am Tennisplatz war, lud meine Mum, meine Schwester, meine Cousine (die im Juni 14 wird) ins Clubhaus ein, einen soo leckeren Salat zu essen. Die Pommes & die Frikadelle, die dort einfach unglaublich lecker sind, lachten mich natürlich tierisch an, aber das wurde dann doch nicht riskiert. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

17.4.09 12:07


Ostern war okay, obwohl ich, wie jedes Jahr, die letzte war, die ihren Hasen gefunden hat. Bei meinen Großeltern nebenan sind wir 10 Enkelkinder, der Jüngste wird dieses Jahr 10 Jahre alt, aber trotzdem wird noch immer etwas im Garten versteckt. Eigentlich wollte meien Oma das nicht mehr, aber ich habe ihr dann erzählt, wie gerne alle das hätten & wie schön wir es fänden. Also hat sie dieses Jahr für die Jüngeren Geld an einen Schokohasen gepackt (früher bekam jeder einen richtigen Korb mit Süßigkeiten) & für uns Ältere gab es Porzellanhasen. Und wirklich, jedes Jahr ist es so, dass ich das, was für mich bestimmt ist, als Letzte finde & darüber gewitzelt wird. Es gehört dazu & es ist ja auch lustig, ich bin die Älteste und brauche immer am längsten.
Und obwohl ich viel zu viel gegessen habe. Dinge, die ich eigentlich nicht darf. Aber ich habe mir gesagt, wo ich jetzt die Woche nicht weg bin, also nicht diese ganze Zeit etwas esse, was eigentlich nicht drin ist, kann ich an Ostern einfach so essen, als würde es das ganze Abnehmen nicht geben. Ich habe es genossen, nur morgen wohl nicht mehr, wenn ich auf der Waage stehe - vorausgesetzt ich traue mich. Das ist aber okay glaube ich, weil eingeplant.

Und ich muss immer wieder festellen, wie sehr ich meine Familie liebe. Zuerst waren wir bei meinen Großeltern, die nebenan wohnen. Es war wunderbar, mit allen zusammen draußen zu sitzen & zu reden, obwohl das Wetter leider nicht so wunderbar war wie gestern noch – bis das Gewitter abends kam und uns vom Osterfeuer nach innen verscheucht hat. Wir redeten auch darüber, dass unsere Ferien zusammen mit allen Kindern und den Müttern in Holland in so einem Park nächstes Jahr 10 Jahre her ist. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Damals hatten wir gesagt, wenn ebendiese 10 Jahre vergangen sind fahren wir noch einmal alle gemeinsam hin. Ich finde diese Vorstellung so toll, obwohl ich bezweifle, dass es dazu kommen wird.
Anschließend bei den anderen Großeltern. Mandelweißbrot mit Ei essen, Osterlamm...Meine kleinen Cousinen sehen, die einfach so süß sind. Besonders die Jüngere ist unbeschreiblich, wirklich, mir fallen nicht die passenden Worte ein, die dieses Kind zu beschreiben. Mit meiner Oma reden, die mir sagt, dass sie ihre Jugend/Leben aufgeschrieben hat, sozusagen, auf einen Block, Dinge, die sie schon oft ihren Kindern erzählt hat. Aber das hätte sie für uns, ihre Enkel, aufgeschrieben, damit wir es mal lesen könnten, wenn wir wollten. Wissen, wie es damals war, was sie erlebt hat. Immerhin war sie 10 Jahre alt, als der erste Weltkrieg ausbrach. Ich finde ja, man hat in der Schule so oft darüber geredet & obwohl das, was passiert ist, wirklich unfassbar schlimm & grausam war...für unsere Generation ist es doch auch irgendwie weit weg. Etwas aus dieser Zeit allerdings zu lesen von jemandem, den man kennt, ist interessant, denke ich. Sie sagte weiterhin, dass sie es gern abgetippt hätte, weil sie natürlich nur von Hand geschrieben hat, und ich bot mich an, weil ich doch relativ schnell bin. Ich denke morgen werde ich damit beginnen.


Und. Heute ist wieder ein Tag, an dem ich nur schreien möchte, nur flehen. Bitte, komm zurück zu mir. S., bitte. [Ebenfalls verzweifelte Gedanken an ihn, in dieselbe Richtung gehend.] Gestern war es wieder einmal so unfassbar schwer zu ertragen, wie es ist. Nicht mit S. zu reden, während er in der Nähe ist & gleichzeitig so weit weg. Es reißt jedes Mal immer wieder neue Löcher, egal, wie lange es nun schon so ist. Der Schmerz darüber vergeht nicht.
Ich breche & breche & breche. Immer wieder. Immer stärker wahrscheinlich. Manchmal versuche ich eben, diese Fassade aufrecht zu erhalten. Meistens eigentlich, wenn ich ihn sehe – ich bin nicht sicher, ob mir das tatsächlich gelingt. Vielleicht ist es ihm auch mittlerweile egal & er beginnt, die Situation zu akzeptieren. Ich versuche dann so sehr, mir nichts anmerken zu lassen, darüber gleichgültig zu wirken, dass es all meine Kraft kostet. So, dass ich nachher, wenn ich wieder allein bin, in mich zusammenfalle & alles an die Oberfläche kommt, was ohnehin ständig nur so knapp darunter brodelt. Ich möchte beinahe betteln, dass er zurück kommen soll. Ich möchte schreien & vor ihm auf die Knie fallen & weinen & ihn schütteln. Dass alles wieder so werden muss, wie es war, bevor. Zu genau wissend, dass das absolut nicht möglich ist, dass dieser Weg wohl versperrt ist. Dass ich nicht wieder haben kann, was ich so liebte. Aber ich wünsche es mir mit einer solchen Intensität, dass es wehtut, in jeder Faser meines Körpers. Ich vermisse unsere Freundschaft, die so voll war mit Vertrautheit & Nähe, dass ich die Leere, die entstanden ist, niemals ertragen kann.
Heute ist wieder ein Tag, an dem ich nur schreien möchte, nur flehen. Bitte, komm zurück zu mir. S., bitte.
Aber ich kann es nicht, ich tue es nicht.
Weil ich nicht weiß, was das noch verändern soll.
12.4.09 23:30


Wir sind doch nicht gefahren. Beziehungsweise, wir sind schon losgefahren, ich bin um 7 Uhr nach 3 Stunden Schlaf aufgestanden & gegen 20 nach 8 hatten wir es dann auch geschafft, zu starten. Um 13 Uhr waren wir dann allerdings schon wieder hier, ein echter Kurztrip am Samstagmorgen.
Mein Vater fuhr los, aber man sah ihm schon an, dass er sehr große Schmerzen hatte. Aber, wie das nunmal so ist, man sagt ja nichts, man erträgt das still. Ein paar Mal sind wir dann angehalten, damit er ein wenig laufen konnte & irgendwann hat er dann mit meiner Mum getauscht. Sie sagte dann zu mir, sie würde jetzt umdrehen, hatte das vorher schon einige Male angesprochen, aber er wollte natürlich nicht. Diesmal ließ sie sich auch wieder umstimmen und fuhr weiter, völlig inkonsequent. Selbst auf dem Beifahrersitz mit zurückgelegter Rückenlehne, wo er sich etwas mehr bewegen konnte war deutlich, dass es ihm wehtat. Ich fand das alles so sinnlos & dumm, so total unvernünftig. Das habe ich meiner Mum bei einem weiteren Stop, als er draußen war, auch gesagt. Da waren wir schon 2 1/2 Stunden von hier entfernt, sind allerdings dann tatsächlich umgekehrt. Was soll er sich da so quälen stundenlang, egal, wie schade das jetzt ist & wie gerne er (und wir ja auch) die Woche dort verbracht hätten. Ich glaube er hat dann auch irgendwann eingesehen, dass das wohl besser so ist.

Also sitze ich bis gerade in der wunderbaren Sonne & lese. Jetzt geht's rüber zu meinem Onkel & Cousine, Fußball gucken und heut Abend zum Osterfeuer bei Benny mit den anderen.

11.4.09 15:15


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]
I want you to know that I miss you.
Gratis bloggen bei
myblog.de